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Die Verschmelzung westafrikanischer Symbolik mit farbigen abstrakten
Figuren und ausdrucksreichen Gesichtern, figürliche Darstellungsformen des
täglichen Lebens und der Gefühlswelten in Afrika, vorherrschende Farben
der Erde und Natur Westafrikas in rot, braun, Terrakotta, sandgelb bilden
die Grundlagen von Chia Raissa Gildemeisters Schaffen. Inspiriert durch
westafrikanische Abstraktion und Darstellungsformen in der traditionellen
Malerei, die Tanz, Leben, Bewegungen und Gefühlsformen zum Ausdruck
bringen.
Kollagen und Aquarelle sind durch verschiedene Orte der Elfenbeinküste und
Westafrikas beeinflusst. So erinnern sie an die Stadt Korhogo, bemalt
bedeutende Vögel, auch Totemtieren und menschliche Gestalten. In Ihren
Bildern finden sich die „Glücksvögel“ dieser Stoffmalereien. Auch Farben
und Symbole der Heimat besitzen bestimmte Bedeutungen. So sind die weißen
Gestalten der Bilder durchaus Schwarzafrikaner. In der dargestellten Farbe
Weiß wird die große spirituelle Bedeutung einer Person zum Ausdruck
gebracht. Farbenkombinationen Schwarz- Rot und Schwarz- blau sind die
Symbolik für Trauer. Die teils feine Musterung des Untergrundes
versinnbildlicht das Tiefgründige und Facettenreiche. Die abstrakten
Oeuvres, die Gesichter Ihrer Figuren erinnern an afrikanische Masken.
Masken werden in Afrika von auserwählten Teilnehmern bei Maskenfesten,
Feiern oder Trauer, sowie Beerdigungen getragen und sind sehr wertvoll.
Neben diesen mystischen Sujets stehen der Mensch und sein
Gemeinschaftssinn im Mittelpunkt des figürlichen. So symbolisiert R.G. den
Menschen und seinen Charakter in Ihren Bildern wieder. Nahezu in allen
Bildern finden sich schemenhaft und in Form von Fetischen und Masken die
schwierigen aber auch gewöhnlichen – Lebensformen des afrikanischen
Alltags wieder. Menschen schreien, lachen, weinen und umarmen sich.
Sehsüchte und Nöte werden offenbart und in abstrakter Form finden sie, in
braun-rötlich-gelben Farben ihren gefühlsmäßigen Ausdruck.
Stilrichtung und Stilelemente
Moderne Abstraktion in tlw. figürlicher Darstellung, unter Verwendung von
afrikanischen Symboliken und Zeichen des afrikanischen Lebens (Tanz,
Freude, Trauer, Leben und Sterben). Die Verbindung mit der Natur (Erde,
Licht, Pflanzen und Sonne) wird durch Farbgebungen (Ocker, Brauntöne,
Terrakotta und Sandfarben, sowie gelb und Bordeaux- Rot, etc.)
hervorgehoben. Kleine Risse in der Struktur der rauen Bilder sollen
Trockenheit und die Robustheit der afrikanischen Natur und Savanne
widerspiegeln.
Die Bilder sind expressiv abstrahierend. Sie verbinden in Symbolik und
Ausschnitten von Gesichtern und Landschaften Spannungen und Widersprüche
des afrikanischen Lebens zwischen Leid, Liebe, Trauer und die
Verbundenheit des Lebens in Afrika mit der Natur und der daraus auch
widerspiegelnden Gefühlswelt und Emotionen.
Techniken
Collagen aus Naturstoffen (Sand, Pflanzenmaterial, Baumwollstoffen, Gips)
in Acrylfarben, Mischtechniken unter Verwendung von Baustoffen und
Tonmaterialien, das Untergrundmaterial ist neben Papier tlw. rohe
Baumwollfaser, Sisalstoffe in unterschiedlicher Dichte, Karton, Holz und
Pappe.