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Von der Farbenpracht und dem
Formenreichtum der Bergwelt Arizonas tief beeindruckt,
schrieb der Künstler Max Ernst 1943:"Dort fand ich die
Landschaft wieder, die mir immer vorgeschwebt hatte, die
auch schon in meinen frühen Bildern immer wieder zu
finden ist." Eben aus dieser Landschaft im Südwesten der
USA stammt der Maler und Grafiker John Gabriel, der seit
19985 in Worpswede lebt und arbeitet.
John Gabriel wurde 1943 in Salt Lake
City, Utah/USA geboren. Nach einem College-Studium in
Los Angeles, besuchte er inden Jahren 1965/66 die
Hochschule für bildende Künste in Kassel und studierte
angewandte Grafik bei Prof. Hillmann. Von 1966 bis 1969
führte er in Berlin sein Studium zur freien Grafik fort.
Danach war John Gabriel unter anderem als Übersetzer von
Kunstbüchern und Ausstellungskatalogen für namhafte
Verlage tätig.
Der Maler und Grafiker John Gabriel,
der sich zunächst der großformatigen Malerei zugewandt
hatte, entwickelte später die Druckgrafik um Schwerpunkt
seiner künstlerischen Arbeit. In experimenteller
Kombination mit verschiedenen Collage – Techniken
gestaltete er Radierungen und Lithografien. Dabei geht
es John Gabriel vornehmlich um die Übersetzung der
Realität als Erinnerung oder als Augenblicke starker
visueller Reize. „Können setzt voraus, dass man
Erlebnisse hat", erklärt Max Ernst und er fügte hinzu,
„dem Künstler können die alltäglichsten und die
seltensten Dinge zum Erlebnis werden." Entsprechend
haben für den amerikanischen Künstler im Künstlerdorf
Worpswede die Landschaften im Südwesten der Vereinigten
Staaten noch heute diesem nachhaltigen Reiz. Als
Kennzeichen der inneren Verbundenheit mit der Heimat
tauchen in den Arbeiten Gabriels wiederholt die Kakteen
in unfruchtbaren Wüsten Landschaften auf. Das
Herausstellen von einfachen, gültigen Zeichen in den
Bildkompositionen ist ein wesentlicher Bestandteil
seiner künstlerischen Arbeiten. Der Abstraktionsprozess
geschieht bei dem Künstler über eine lange Reihe
vorbereitender Zeichnungen, die letztlich zur Klärung
des gestellten Themas dienen. Die serielle Arbeitsweise
trägt für den Maler und Grafiker dazu bei, dass Symptome
der eigentlichen Betroffenheit klar und schön in der
Form, ohne unbedingt harmonisch zu sein, schließlich mit
der Bildaussage zum Ausdruck kommt. Die einzelnen
Radierungen, die in Gestalt einer Collagearbeit durch
zusätzliche Bildteile zum Unikat verwandelt werden,
erlangen dadurch neue Aussagen. Die schemenhaft
abstrahierten Arbeiten enthalten unter anderem
leuchtende Farbzeichen, die im Aufbau des Bildes eine
deutliche Dominanz einnehmen.
Die tiefe Verbundenheit mit der
amerikanischen Landschaft ist auch gegenwärtig eine
Wichtige Triebfeder des künstlerischen Schaffens John
Gabriels. An das Wesen der Worpsweder Landschaft, von
der er sagt, dass er sie liebt, tastet er sich durch
einzelne Arbeiten langsam heran. Es zeichnet die Szene
des Künstlerdorfes Worpswedes in besonderer Weise aus,
dass sie sich nicht allein in der Vielfalt
künstlerischen Schaffens präsentiert, sondern immer
wieder durch neue, ungewöhnliche Wege belebt wird und
auch belebt werden sollte. |
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