Gedanken
zu den Fotobildern
Anstelle des
Pinsels tritt der Fotoapparat. Mittels dieses Apparates erhält das
Objekt innerhalb der Fläche, meistens in einem Verhältnis 2 zu 3,
manchmal auch quadratisch, seine Gestalt.
Diese Gestalt ist
nicht eine fotografisch präzise Abbildung, sondern die Impression
des Objektes. Kein fotografischer Realismus, sondern der Ausdruck
der Erscheinung – das Essentielle. Jede äußere Störung wird
vermieden. Durch die optische Konzentration auf das Wesentliche
erhält das Bild einen kontemplativen Ausdruck.
Mittels der
Kleinbildkamera wird die Fläche bei einer vielfachen Vergrößerung
aufgelöst. Dadurch entsteht die gewünschte Impression, in der
Details unwichtig werden. Das Abgebildete wird entmaterialisiert.
Man könnte es malerische Fotografie nennen.
Die Themen
bewegen sich meistens in und um die Natur. Es sind serielle
Bildabfolgen, in denen sich das einzelne Bild gegenüber den anderen
in Farbe, Form und Ausdruck steigert.
Klaus Oberer