
Selbstportrait als Verbindung von Innen und Außen
2002 Öl auf Leinwand, 50 x 40cm
Die OPTISCHE MALEREI
Unter dem Begriff der optischen Malerei verstehe ich diejenige Technik,
welche durch
Experimente in Bezug auf Licht und Farbe dahin gelangt, die prismatische
Farbenzerlegung
zu begründen und auszubilden, und zwar durch Beobachtung der Gesetze des
Kontrastes und
durch künstlerische Ausnützung des Mischungsprozesses, der sich absolut
reinen Farben
gegenüber in unserem
Auge vollzieht.
SEHEN LERNEN
Ziel des reflexiven Betrachtens ist es, die innere Logik und
physiologische Mathematik der
Empfindungen
zu erkunden, d.h. die Oberfläche der Dinge “abzutasten“
und wie unter einem Mikroskop noch die geringsten Nuancen wahrzunehmen, um
ihr Geheimnis
zu erkunden.
Die FLÄCHIGE MALEREI
In den folgenden Bildern benutze ich das Verfahren der flächigen
Farbzerlegung, welches
genauer mit dem Begriff abgestufter Farbvereinzelung zu benennen wäre, um
auf diesem eher
spezifische Licht- und Raumphänomene darzustellen, als physikalische
Wahrnehmungsphänomene
zu verbildlichen.
FORMUNG IST BEWEGUNG
Voraussetzung für die viereckige Formation von farbigen Flächen ist eine
kompositorische
Ganzheitsvorstellung, in der sich,
wie bei der optischen Malerei, jede statische Dinggewissheit auflöst. Über
einer deutlich
absehbaren, in der Komposition dominanten Basisgliederung farbiger
Rechtecke erstreckt
sich eine gleichmäßige Reihung abgestufter Farbflächen. Die Farbintegrität
des
zugrunde liegenden Rechtecksystems wird dabei weder überspielt noch
negiert, eine
Interaktion zwischen Farbgründen findet statt.
Die ORNAMENTALE MALEREI
Im Mittelpunkt der ornamentalen Malerei, welche sich aus
ineinander verschlungenen, naturalisierenden und stilisierenden
Verzierungen bildet, steht das Interesse am gestalterischen Gleichgewicht,
hergestellt zwischen dem Prinzip des fortlaufenden Dekors = Hintergrund
und den sich vorrangig verzierten
Figuren / Gegenständen = Vordergrund.
SYMBOLISCHE VERSCHLÜSSELUNG
Ziel dieser dekorativen Verzierung ist es, den frei in der Bildebene sich
ausbreitenden und durchlaufenden Linien zu folgen,
das Einsetzen, Schwingen und Ausklingen in Endformen oder ihr
Weiterverweisen zu beobachten und sie mit den Augen empfindungsgemäß -
rhythmisch nachzuvollziehen.
Die ornamentale Malerei versöhnt Gegensätze, indem sie sie verbindet und
ausbalanciert. Über ihrer Eigenschaft als strukturelles System hinaus wird
sie zum Träger inhaltlicher Bedeutung.
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