incantato Gastkünstler und Künstler der Galerie im direkten Dialog mit der Arbeit des Kurators Oliver Zabel
Ausstellung 29. Mai – 24. Juli 2009
Die Ausstellung „incantato“ ist ein kuratiertes Projekt der Galerie Rossella Junck, bei dem 15 Künstler in den Dialog mit einer speziell für diese Ausstellung entwickelten Arbeit des Künstlers und auch Kurators Oliver Zabel treten. Anhaltspunkt für die eigene künstlerische Kreativität ist dabei für jeden Künstler die Arbeit Zabels, die in Form einer Edition letztlich jedem der Werke als Pendant gegenüber gestellt werden soll. Alle Künstler haben insofern dieselben Vorgaben – quasi keine, außer: das Format! Ob Malerei, Zeichnung, Photographie, Collage, Assemblage, Objektkunst – alles ist erlaubt. Wagnis oder Chance? Wie offen und frei arbeitet ein Künstler unter Vorlage eines bestimmten Bildes? Wie rezipieren und antworten die geladenen Künstler darauf?
Durch das Zusammenführen von Zabels Werk mit seinem jeweiligen Pendant der anderen Künstler, entsteht jedes Mal ein neuer Kontext, eine neue Geschichte, ein neues Bildgefüge im Sinne einer dyptichalen Arbeit. Und eben darin findet sich die Arbeitsweise Zabels in einer anderen Dimension wieder. Sein eigenes künstlerisches Vorgehen beruht auf der Grundlage von objets trouvés. Für seine Objekte und Installationen sammelt er banale, scheinbar wertlose Fundstücke wie Mausefallen, Schrauben, Drähte oder Reagenzgläser, die er in seinen Objektkästen auf kuriose Weise arrangiert und ordnet. Über das streng konzeptionelle Vorgehen hinaus, folgt Zabel dabei seiner eigenen Intuition und schafft durch die scheinbar zufällige und willkürliche Anordnung seiner objets trouvés eine ironisch-poetische Inszenierung des vermeintlich Trivialen.
Einem ähnlichen Prinzip folgt er auch bei seiner Malerei. Auf der Suche nach einer immer wieder neuen Bildsprache löst er Grafiken und Karikaturen aus alten Enzyklopädien, Lexika und anderen wissenschaftlichen Büchern, ordnet diese neu und schafft dadurch einen erfrischend anderen Sinnzusammenhang. Fototechnisch vergrößert er seine Grafiken und überträgt sie mit der Technik der Frottage auf die bereits mit der Farbe behandelte Leinwand.
Neben den ausstellenden Künstlern Eleni Bakopoulos, Anette Beisenherz, Anna Broell Bresnick, Sergej Dott, Jens Gussek, Jens Heller, Robert van de Laar, Maren Maiwald, Jub Mönster, Claudia Peill, Matthew Rose, Anne-Lise Riond Sibony, Wilken Skurk, Gloria Zein und Filip Zorzor wird die Ausstellung ergänzt durch weitere Arbeiten Oliver Zabels.
|