
OPTISCHE MALEREI Unter dem Begriff der optischen Malerei verstehe ich diejenige Technik, welche durch Experimente in Bezug auf Licht und Farbe dahin gelangt, die prismatische Farbenzerlegung zu begründen und auszubilden, und zwar durch Beobachtung der Gesetze des Kontrastes und durch künstlerische Ausnützung des Mischungsprozesses, der sich absolut reinen Farben gegenüber in unserem Auge vollzieht. SEHEN LERNEN
Ziel des reflexiven Betrachtens ist es, die innere Logik und physiologische Mathematik der Empfindungen zu erkunden, d.h. die Oberfläche der Dinge “abzutasten“ und wie unter einem Mikroskop noch die geringsten Nuancen wahrzunehmen, um ihr Geheimnis zu erkunden.
FLÄCHIGE MALEREI In den folgenden Bildern benutze ich das Verfahren der flächigen Farbzerlegung, welches genauer mit dem Begriff abgestufter Farbvereinzelung zu benennen wäre, um auf diesem eher spezifische Licht- und Raumphänomene darzustellen, als physikalische Wahrnehmungsphänomene zu verbildlichen. FORMUNG IST BEWEGUNG
Voraussetzung für die viereckige Formation von farbigen Flächen ist eine kompositorische Ganzheitsvorstellung, in der sich, wie bei der optischen Malerei, jede statische Dinggewissheit auflöst. Über einer deutlich absehbaren, in der Komposition dominanten Basisgliederung farbiger Rechtecke erstreckt sich eine gleichmäßige Reihung abgestufter Farbflächen. Die Farbintegrität des zugrunde liegenden Rechtecksystems wird dabei weder überspielt noch negiert, eine Interaktion zwischen Farbgründen findet statt.
ORNAMENTALE MALEREI Im Mittelpunkt der ornamentalen Malerei, welche sich aus ineinander verschlungenen, naturalisierenden und stilisierenden Verzierungen bildet, steht das Interesse am gestalterischen Gleichgewicht, hergestellt zwischen dem Prinzip des fortlaufenden Dekors = Hintergrund und den sich vorrangig verzierten Figuren / Gegenständen = Vordergrund.
SYMBOLISCHE VERSCHLÜSSELUNG
Ziel dieser dekorativen Verzierung ist es, den frei in der Bildebene sich ausbreitenden und durchlaufenden Linien zu folgen, das Einsetzen, Schwingen und Ausklingen in Endformen oder ihr Weiterverweisen zu beobachten und sie mit den Augen empfindungsgemäß - rhythmisch nachzuvollziehen. Die ornamentale Malerei versöhnt Gegensätze, indem sie sie verbindet und ausbalanciert. Über ihrer Eigenschaft als strukturelles System hinaus wird sie zum Träger inhaltlicher Bedeutung.
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